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Leistung braucht Sinn – und klare Vereinbarungen

Wie wir bei Prior1 Leistungsbereitschaft ermöglichen, ohne Menschen zu überfordern

Leistung kann etwas sehr Wunderbares sein. Im Unternehmen, im Sport und bei allem, was wir tun. Leistung bedeutet Wirksamkeit, Entwicklung und das gute Gefühl, etwas beitragen zu können. Gleichzeitig wird Leistung durch falsche, unrealistische oder entmenschlichte Leistungsansprüche oft genau dessen beraubt, was sie eigentlich ausmacht: ihrem Potenzial, Sinn, Freude und Erfüllung zu schenken.

Dabei brauchen wir ganz dringend Leistung im Unternehmen. Sie ist die Grundlage für, Wettbewerbsfähigkeit, für Verantwortungsübernahme und Zukunftsgestaltung. Gerade in wissens- und projektgetriebenen Unternehmen ist die Leistung der Mitarbeitenden das zentrale Kapital. Wir bei Prior1 sind darauf angewiesen, ohne sie könnten wir keinen Beitrag leisten, keine Kunden zufriedenstellen und keine Qualität sichern. Und ich als Unternehmer hätte ohne die Leistungsbereitschaft unserer Mitarbeitenden keinerlei Wirkung. Ich wäre unternehmerisch handlungsunfähig.

Gleichzeitig grenzt es an Wahnsinn, mehr Leistung zu verlangen, als Menschen in der Lage sind zu erbringen. Wer das versucht, hat vielleicht kurzfristige Gewinne zu verbuchen, verliert jedoch auf Dauer Menschen, Vertrauen, Zukunft. Ein zentraler Punkt wird dabei häufig nicht gesehen: dass Menschen unterschiedlich leistungsfähig sind. Das ist kein Defizit, sondern Tatsache.

Nicht jede und jeder kann einen Marathon laufen und schon gar nicht unter drei Stunden. Nicht jede Person mit einem Mathematikstudium wird einen Nobelpreis gewinnen. Und nicht jede hoch engagierte Mitarbeiterin oder jeder motivierte Mitarbeiter kann oder will dauerhaft Spitzenleistung im klassischen Sinn erbringen. Die entscheidende Frage ist deshalb auch nicht, was Menschen leisten könnten, sondern warum sie es überhaupt tun sollten.

Der Sinn ihres Handelns ist ihr Leben und nicht die Steigerung von Kennzahlen, Umsätzen oder des Chefs Wohlstand. Wer Leistung dauerhaft einfordert, ohne diesen Sinn ernst zu nehmen, wird bestenfalls Dienst nach Vorschrift bekommen. Echte Leistungsbereitschaft entsteht erst dort, wo Menschen erkennen, dass ihr Einsatz zu etwas beiträgt, das für sie selbst Bedeutung hat. Und selbst dann gilt: Leistungsfähigkeit ist kein normiertes Produkt!

Sie entsteht im Zusammenspiel vieler Faktoren, wie körperlicher und psychischer Voraussetzungen, Lebensphase, privates Umfeld. Kindererziehung, die Pflege von Angehörigen, persönliche Krisen, finanzielle Belastungen und all das wirkt sich unmittelbar auf Energie, Fokus und Belastbarkeit aus.

Ich persönlich befürworte und unterstütze ausdrücklich das Konzept guter Work-Life- Balance. Auch wenn dieser Begriff für manche inzwischen zum Schimpfwort verkommen ist. Für mich ist Work-Life-Balance kein Ausdruck von Bequemlichkeit, sondern eine Voraussetzung für nachhaltige Leistungsfähigkeit, ein Ausdruck von Intelligenz und Bewusstheit. Menschen, die dauerhaft über ihre Grenzen gehen, werden nicht leistungsstärker, sie werden und machen krank, sind zynisch oder innerlich kündigend. Wer Führung ernst nimmt, muss das akzeptieren. Alles andere ist kurzsichtig.

Mich beschäftigt dabei eine grundlegende Frage:
Warum bringen Menschen überhaupt Leistung für ein Unternehmen?
Oder noch abstrakter: … für eine Volkswirtschaft?

Wenn wir uns die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anschauen, insbesondere für junge Menschen, dann liefern Politik und Medien darauf kaum ermutigende Antworten. Sie hören von steigenden Schulden, die sie zu zahlen haben, von unsicheren Renten, einer überforderten Pflege. Sie erleben eine Welt, geprägt von Kriegen, Handelskonflikten und geopolitischer Instabilität, unkoordiniertem Einsatz künstlicher Intelligenz und das alles im Schatten einer aufkeimenden Faschistisierung großer Gesellschaftsteile. Und über allem steht der Klimawandel, der unser Leben auf diesem Planeten unumstritten massiv erschweren oder gar unmöglich machen wird.

Gleichzeitig spüren viele, dass Engagement sich nicht lohnt. Das Beispiel Fridays for Future steht für Millionen engagierter junger Menschen, deren Einsatz politisch weitgehend verpufft ist. Das obwohl riesige Bevölkerungsteile und auch die Wissenschaft hinter ihnen standen. Es hat dennoch nichts genutzt. Wenn selbst massiver Einsatz folgenlos bleibt, entsteht Resignation. Wo finden wir da den Sinn, unseren Sinn?

Statt diese Zusammenhänge ernst zu nehmen, wird Mitarbeitenden und Bürgerinnen und Bürgern häufig Faulheit, mangelnde Leistungsbereitschaft oder zu viele Krankheitstage vorgeworfen. Wer so adressiert wird, zieht sich zurück. Motivation entsteht nicht durch Vorwürfe, sondern durch Sinn, Fairness und Perspektive. Zudem stellt sich die Frage, warum wird Leistung fast ausschließlich über Erwerbsarbeit definiert? Was würde geschehen, wenn alle, die es könnten, dauerhaft in Vollzeit oder darüber hinaus arbeiten würden? Wir hätten noch mehr Produkte, die niemand braucht und gleichzeitig weniger Zeit, sie zu nutzen.

Gleichzeitig würde vieles wegfallen, was unsere Gesellschaft zusammenhält. Ehrenamtliches Engagement, unbezahlte Carearbeit, das Kümmern um Kinder, Alte, Kranke. All jene Leistungen, die unser Staat schon lange nicht mehr in ausreichendem Maß erbringt und doch so elementar wichtig sind.

Was wir dringend brauchen, und worum ich mich seit Jahrzehnten als Unternehmer und Führungskraft bemühe, sind positive, glaubwürdige Bilder. Visionen, in denen Menschen einen Nutzen, einen Sinn für sich erkennen. Freude, Wirksamkeit, Entwicklung. Nicht nur steigende Umsätze, Unternehmensgewinne oder ein abstraktes sowie unsinniges Bruttoinlandsprodukt. Diese Kenngrößen motivieren kaum außerhalb von PowerPoint- getriebenem Management-Blabla.

Wir bemühen uns, aus diesen Überlegungen unser tägliches Handeln abzuleiten. Ein zentrales Element sind klare Vereinbarungen. Leistungsorientierung heißt für uns nicht diffuse Erwartungen oder unausgesprochene Ansprüche. Wir sprechen offen darüber, was wir brauchen, was wir erwarten und was realistisch leistbar ist. Diese Vereinbarungen sind beidseitig und verbindlich.

Genauso wichtig sind Feedback- und Reflexionsgespräche. Natürlich schauen wir gemeinsam auf Projekte: Was ist gut gelaufen? Was weniger? Warum sind Dinge so gelaufen, wie sie gelaufen sind? Dabei darf es niemals darum gehen, jemanden bloßzustellen, vorzuführen oder gar zu bestrafen. Feedback ist kein Disziplinierungsinstrument, sondern ein Lernraum. Gemeinsam zu verstehen, was war, mit dem Ziel es künftig besser zu machen, darum geht es. Denn Leistung ohne Lernen ist Stillstand. Diese Klarheit verbinden wir bewusst mit Vertrauen. Das zeigt sich ganz konkret, z.B. in freier Homeoffice-Wahl, eigenverantwortlicher Zeitplanung, wenig Kontrolle und viel Gestaltungsfreiheit. Vertrauen ist für uns kein Bonus, keine Belohnung, sondern Leistungsvoraussetzung.

Wenn Menschen beruflich oder privat Unterstützung brauchen, bekommen sie diese. Gespräche mit Führungskräften oder der Geschäftsführung sind jederzeit möglich. Arbeitszeiten werden, wo immer es zum Jobprofil passt, an Lebensrealitäten angepasst. Zusätzlich bieten wir anonymes, frei wählbares Coaching bei externen Partnerinnen an – in Absprache auch für Familienmitglieder.

Ein weiterer Kernpunkt ist Transparenz. Wir erklären Entscheidungen, Veränderungen und auch schwierige Entwicklungen. Mit dem Ziel, dass jede und jeder für sich prüfen kann: Will ich diesen Weg mitgehen? Und wenn Fähigkeiten fehlen, schauen wir gemeinsam, ob und wie wir sie entwickeln können. Dabei steht immer im Vordergrund: Wir betrachten Menschen nicht als Produktionsfaktoren, sondern als Persönlichkeiten. Das bedeutet Wertschätzung, Unterstützung, ehrliches Interesse. Und es bedeutet auch, gemeinsam zu überlegen, ob andere Rollen oder sogar getrennte Wege sinnvoller sind.

Führung heißt nicht, Menschen um jeden Preis zu halten, sondern Verantwortung für tragfähige Entscheidungen zu übernehmen. Die Ergebnisse dieses Ansatzes sind klar messbar. Wir haben keinen Leistungsmangel bei Prior1. Unsere Fluktuation liegt bei rund zwei Prozent. Die durchschnittliche Krankheitsquote unter fünf Tagen pro Jahr. Wir haben keinen Fachkräftemangel, weil sich sehr gutes Personal initiativ bei uns bewirbt. Und gleichzeitig erzielen wir gute bis sehr gute wirtschaftliche Ergebnisse. Wir sind mehr als zufrieden!

Meine Schlussfolgerung ist eindeutig und basiert auf Erfahrung, nicht auf Theorie. Mein Fazit lautet daher ganz klar: Leistungsbereitschaft entsteht dort, wo Vertrauen, Klarheit, Feedback, Lernbereitschaft und Sinn zusammenkommen. Wenn wir Leistung dauerhaft wollen, müssen wir aufhören, sie zu erzwingen zu wollen oder den Menschen die Bereitschaft dazu abzusprechen. Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen, in denen Menschen ihre Fähigkeiten einbringen können, ohne sich selbst dabei zu verlieren, anstatt Vorwürfe zu machen. Das ist kein Widerspruch zu menschlich-wirtschaftlichem Erfolg, sondern DIE Voraussetzung.

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