Corona Mutation Pirola als Zeichnung

Pirola

Geschredderte Babys, bewundernde Krähen. Ich öffne die Augen. Mein Kopf schmerzt, ich spüre nach und es fühlt sich an, als ob mein Körper nur aus einem Kopf besteht. Einem Kopf, der keine Position mehr findet, in der er die Pein auszuhalten vermag. Es war klar, dass es mich erwischt. Die Ansteckungsgefahr sei hoch, schreibt das RKI über die aktuell grassierende Variante Pirola.

Der Name passt, wenn ich die Geräuschempfindlichkeit meiner Ohren als Gradmesser nehme. Ist doch der Gesang der Pirole recht eindringlich. Ob das eine Rolle bei der Namensgebung gespielt hat? Wer weiß. Sicher ist, dass man sich ansteckt, wenn ein Familienmitglied das Virus nach Hause trägt. Dass es mühelos von einem auf den anderen überspringt. Im trauten Heim ist es leicht – da muss Pirola nicht einmal U-Bahn fahren. Sich nicht, weil die Lokführer streiken, in Wagen drängen, die längst schon überfüllt sind. Hier bei uns ist es gemütlich und warm. Allerdings nicht zu warm. Nur so, dass die Preissteigerungen abgefedert werden. Das haben wir in der Hand. Wenigstens das, wo uns doch sonst gerade so viel entgleitet.

Auch gegen Pirola war ich machtlos. Nun jagt die Mutation durch meinen Körper, lässt ihn fiebern und schmerzen, sucht sich Stellen aus, mit denen ich in guten Zeiten in friedvoller Gemeinschaft lebe. Ich versuche die Krähen aus dem Traum einzufangen. Gleichzeitig verhandle ich mit Pirola, ob Yoga angebracht ist oder nicht.